ÖKOPROFIT®
ist ein eingetragenes Warenzeichen der Landeshauptstadt Graz.
Die Nutzungsrechte für deutsche ÖKOPROFIT®-
Arbeitsmaterialien haben die Stadt Graz und die Landeshauptstadt München.

 

Was ist ÖKOPROFIT®?
 

ÖKOPROFIT® - Ökologisches Projekt für integrierte Umwelttechnik - ist ein Programm zur wirtschaftlichen Stärkung von Betrieben durch vorsorgenden Umweltschutz.

Dieses Programm, angelegt als Kooperationsprojekt zwischen Kommune und Wirtschaft, wurde im österreichischen Graz entwickelt und dort schon 1993 eingeführt. In München 1996 auf deutsche Verhältnisse angepaßt, wurde ÖKOPROFIT® bis heute in ca. 40 deutschen Städten erfolgreich eingeführt. Erfurt und Cottbus sind Vorreiter in den neuen Bundesländern.

In Workshops und bei individuellen Firmenberatungen analysieren dabei Betriebe verschiedenster Größenordnungen ihren Energie- und Materialverbrauch, ihre Stoffkreisläufe, die Produkte selbst und vieles mehr bis hin zur Mitarbeitermotivation im Umweltbereich. Ziel ist es, Ressourcen zu sparen, Emissionen zu vermeiden und letztendlich betriebliche Kosten wie auch ökologische Folgekosten zu senken.

Ausserdem ist ÖKOPROFIT® eine günstige Möglichkeit, Erfahrungen mit anderen Betrieben auszutauschen, mehr Rechtssicherheit in speziellen Fragen zu erlangen und den betrieblichen Kontakt zu kommunalen Behörden zu verbessern.
Eine Auszeichnung als ÖKOPROFIT®-Betrieb trägt zu einem steigenden Image der beteiligten Betriebe bei; zudem ist ÖKOPROFIT® eine kostengünstige Vorarbeit für spätere Zertifizierungen nach EMAS II oder ISO 14.001.


ÖKOPROFIT als Beitrag zur Agenda21

 

ÖKOPROFIT® als Beitrag zur Agenda 21

ÖKOPROFIT® Erfurt steht im Einklang mit den Zielen der 1992 von über 170 Staaten der Erde verabschiedeten Agenda 21. Durch eine nachhaltige Entwicklung soll sichergestellt werden, dass alle heute lebenden Menschen ihre Bedürfnisse befriedigen können, ohne dadurch die Möglichkeiten zukünftiger Generationen einzuschränken. Kapitel 30 der Agenda 21 stellt die Privatwirtschaft als wichtigen Akteur des Agenda-Prozesses in den Vordergrund. Unter anderem werden die Unternehmen aufgefordert die Rolle des Umweltmanagements als eine der höchsten unternehmerischen Prioritäten für eine nachhaltige Entwicklung anzuerkennen.

ÖKOPROFIT® verknüpft ökologischen Nutzen mit ökonomischem Gewinn und sozialer Gerechtigkeit und führt somit zu Verbesserungen in allen drei Dimensionen nachhaltiger Entwicklung:

  • Senkung des Energie-, Wasser- und Rohstoffverbrauchs sowie Vermeidung von umweltschädigenden Emissionen und Abfällen.
  • Förderung der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen durch Kostensenkungen, die Vermeidung von Risiken und die Förderung technologischer Innovationen.
  • Sicherung von Arbeitsplätzen, Verbesserung des Arbeitsschutzes und Förderung der Mitarbeitermotivation.

Die Zusammenarbeit der unterschiedlichsten Akteure im Rahmen des ÖKOPROFIT®-Projekte (Betriebe, Kommune, Beratungsunternehmen, Wirtschaftskammern, Umweltämter und weitere Beteiligte) ermöglicht außerdem durch neue und kurze Kommunikationswege, ganz im Sinne des Auftrages der Agenda 21, gemeinsam an einer zukunftsfähigen Entwicklung des Gemeinwesens zu arbeiten.

 


ÖKOPROFIT® in Erfurt

Im Rahmen des "Wettbewerbs zur Umsetzung der Agenda 21 in Thüringen unter Beteiligung kleiner und mittlerer Unternehmen" des Thüringer Ministeriums für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt wurde im Jahr 2000 der erste ÖKOPROFIT®-Durchlauf in Erfurt aus der Taufe gehoben. Dieses Referenzprojekt der Lokalen Agenda 21 Erfurt stellt eine beispielhafte Umsetzung der Leitziele aus dem Themenfeld Wirtschaft zur nachhaltigen Stadtentwicklung Erfurts dar.

Unter Projektleitung des Stadtentwicklungsamtes und fachlicher Unterstützung durch die Gesellschaft für Umweltmanagement aus Witzenhausen wurden 15 Unternehmen im ersten Durchlauf in zehn Workshops zu unterschiedlichen Umwelt- und Arbeitsschutzthemen beraten. Von diesen Unternehmen strebten drei die Auszeichnung als Erfurter ÖKOPROFIT® -Betrieb 2000 an und erfüllten schließlich die Anforderungen der Begutachtungskommission.

Am zweiten Erfurter ÖKOPROFIT®-Durchlauf im Jahr 2001 haben sich acht Betriebe unterschiedlichster Branchen und Betriebsgrößen beteiligt. Von diesen acht Betrieben wurden sechs Betriebe erstmalig ausgezeichnet; bei zwei Betrieben handelte es sich um eine erneute Auszeichnung.

Betrieb
Mitarbeiterzahl
Messe Erfurt AG
46
Parker Hannifin GmbH
55
Rost Bedachungen GmbH
27
Thyssen Schulte GmbH
60
SWE Stadtwirtschaft GmbH
401
SWE Strom und Fernwärme GmbH
280
SWE Wasser GmbH
141
Universität Erfurt
545


 


Was wird konkret gemacht bei ÖKOPROFIT®?

ÖKOPROFIT® setzt sich aus den Bausteinen Workshops, Beratungen vor Ort, Arbeitsmaterialien und Auszeichnung zusammen, die miteinander verknüpft sind:

In 10 halbtägigen Workshops werden alle umweltrelevanten Themen bearbeitet, die für die Unternehmen von Bedeutung sind. Die Workshops finden reihum bei den beteiligten Betrieben statt, so dass vor Ort in den Unternehmen ein konkreter Erfahrungsaustausch, auch über umweltrelevante Themen hinaus, stattfindet.
Neben dem Vermitteln von Grundkenntnissen in den relevanten Rechts- und Umwelttechnikbereichen steht die Befähigung der Teilnehmer zur Übertragung des Wissens in das jeweilige Unternehmen sowie die schrittweise Umsetzung in konkrete Maßnahmen im Vordergrund.

Hierzu dienen insbesondere auch die umfangreichen, praxisnah gestalteten Arbeitsmaterialien, die aus grundlegenden Informationen, Arbeitsblättern für die Bestandsaufnahme, Checklisten, Praxisbeispielen und Quellenangaben sowie Hinweisen zu erläuternder bzw. weiterführender Literatur bestehen.

Bei der Beratung vor Ort werden die teilnehmenden Firmen bei der Bestandsaufnahme unterstützt. Auf dieser Basis wird in Gesprächsrunden mit verantwortlichen Mitarbeitern festgelegt, in welchen Bereichen Ansätze für Verbesserungen hinsichtlich Rechtssicherheit, Umweltentlastung und Kostensenkung bestehen. Gemeinsam mit dem externen Berater werden konkrete Maßnahmen für das Umweltprogramm entwickelt und der Kommissionsbesuch vorbereitet.

 


ÖKOPROFIT®-Auszeichnung

Die abschließende ÖKOPROFIT®-Auszeichnung setzt einen hohen Standard voraus. Die Betriebe müssen nicht nur die für sie relevanten rechtlichen Bestimmungen einhalten, sondern auch einen Katalog von Kriterien erfüllen, den die Landeshauptstädte Graz und München bei der Entwicklung von ÖKOPROFIT® festgelegt haben. In Erfurt hat im November 2001 eine unabhängige Kommission die Betriebe überprüft. Die Kommission mit Vertretern u.a. aus der Industrie- und Handelskammer sowie dem Umwelt- und Naturschutzamt sowie dem Stadtentwicklungsamt begutachteten die Betriebe und konnten alle acht Betriebe für die Auszeichnung vorschlagen. Die Auszeichnungsveranstaltung findet am 23.01.02, 19 Uhr, im Erfurter Rathaussaal statt. Als Festredner wird dieses Jahr Herr Dr. H.c. Lothar Späth, Vorstandsvorsitzender der JENOPTIK AG, Jena sprechen.

 


Ausblick ÖKOPROFIT® 2002 in der Region Erfurt-Weimar-Jena

Alle teilnehmenden Unternehmen wollen die einmal aufgebaute Konzeption zur Datenerhebung und -auswertung auch in den nächsten Jahren weiter nutzen, um ihre Umweltleistungen zu verbessern und sich erneut einer Überprüfung im Rahmen von ÖKOPROFIT® Erfurt stellen. Angestrebt wird außerdem, dass sich die schon ausgezeichneten Betriebe bei Interesse in einem ÖKOPROFIT®-Club speziellen Themen (z.B. Contracting) widmen oder sogar gemeinsam die Vorbereitung auf EMAS II oder ISO 14.001 anstreben.

Für Betriebe, die im Jahr 2002 erstmals an ÖKOPROFIT® Erfurt teilnehmen möchten, wird ein erneuter Workshop-Durchlauf angeboten. Als Grundlage hierfür dient ein Ende 2001 vom Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt aufgelegtes Förderprogramm speziell für ÖKOPROFIT®-Arbeitskreise.

 


ÖKOPROFIT® Erfurt 2001- Die Ergebnisse

In den Erfurter ÖKOPROFIT®-Betrieben wurden vielfältige Maßnahmen zum Umwelt- und Arbeitsschutz schon während des ÖKOPROFIT®-Durchlaufs umgesetzt. Außerdem wurden in den Betrieben umfangreiche Umweltprogramme für die nächsten Jahre entwickelt.

Für die im folgenden aufgeführte quantitative Darstellung der Projektergebnisse wurden 89 Maßnahmen der acht Betriebe ausgewertet. Hierzu gehören ausschließlich die bis Ende November 2001 umgesetzten sowie die für Ende 2001 und das Jahr 2002 geplanten Maßnahmen.

Die Gesamtbilanz dieser Maßnahmen ist beeindruckend:
Die acht Teilnehmer des ÖKOPROFIT®-Projektes Erfurt sparen zusammen jährlich ca. 3,5 Mio. DM ein. Durch die schon umgesetzten Maßnahmen wird eine jährliche Einsparung in Höhe von ca. 2,5 Mio. DM erzielt. Dabei ist allerdings zu beachten, dass die größten Einsparpoteniale gerade im Energiebereich durch den teilnehmenden Energiedienstleister und den Entsorger erreicht wurden (ca. 2 Mio. DM im Jahr 2001).

Die Gesamteinsparungen je Betrieb belaufen sich abhängig von der Betriebsgröße und der Produktion bzw. Dienstleistung des Unternehmens auf ca. 13.000 DM bis ca. 2,5 Mio. DM jährlich. Der jährliche Energieverbrauch verringert sich um ca. 4 Mio. kWh Strom, sowie 6 Mio. m³ Erdgas und der damit verbundene Kohlendioxid (CO2)-Ausstoß um ca. 15 Mio. kg. Die Reduzierung des Stromverbrauchs um 4 Mio. kWh entspricht dem durchschnittlichen Stromverbrauch von ca. 730 Vier-Personen-Haushalten. Dies trägt erheblich zum Ziel der Stadt Erfurt bei, die CO2-Emissionen von 1993 bis 2010 um 50 % zu senken.
Weiterhin sparen die Erfurter ÖKOPROFIT®-Betriebe ca. 132 Tonnen Rohstoffe, fast 150 Tonnen Restmüll und 77.000 m³ Wasser ein. Eine ganze Reihe von organisatorischen Maßnahmen werden sich außerdem erst zu einem späteren Zeitpunkt kostenentlastend auswirken. Dazu gehören beispielsweise der Aufbau von Umweltmanagementsystemen, das Aufstellen von Prüfplanen oder die Durchführung von internen Schulungen.

 

Pro Jahr sparen alle acht ÖKOPROFIT®-Betriebe zusammen:

  EinsparungMenge/ Einheit
Davon bereits realisiert
bis Ende Nov. 01
Energie / Emissionen  
Strom
4.078.000 kWh
63 %
Wärme
250 MWh
0 %
Erdgas
6 Mio. m³
66 %
Heizöl / Diesel
157.000 l
23 %
CO2-Emissionen*
14.958.000kg
68 %
   
Rohstoffe / Abfälle  
Rohstoffe 132 t
66 %
Restmüll 250 t
27 %
Verwertbare Abfälle 138 t
59 %
Wasser / Abwasser 77.500 m³
90 %
   
Kosteneinsparung ca. 3,5 Mio.DM
71 %

* Die Reduzierung der CO2 Emissionen wurde auf Basis des eingesparten Stroms, des Heizöls und Diesels sowie der Wärmenergie ausgewertet. Für die Umrechnung in CO2 Emissionen wurde der Bundesmix bzw. die Werte der Stadtwerke Erfurt verwendet.



Wirtschaftlichkeit der ÖKOPROFIT®-Maßnahmen 2001

Die Maßnahmen sind unter Wirtschaftlichkeitsgesichtspunkten als äußerst positiv zu bewerten. Bei Gesamtinvestitionen in Höhe von ca. 3,8 Mio. DM werden insgesamt jährlich ca. 3,5 Mio. DM eingespart.

Maßnahmenkategorie *
Gesamteinsparungen in DM
Gesamtinvestitionen in DM
Nicht investive Maßnahmen
91.000
0
Amortisationszeit unter 1 Jahr
2.932.000
1.509.000
Amortisationszeit 1 bis 3 Jahre
67.000
125.000
Amortisationszeit über 3 Jahre
423.500
2.100.000
Gesamt
3.513.500
3.784.000

*nicht aufgeführt sind die Maßnahmen, deren Kosten und somit Amortisationszeit derzeit noch nicht abschätzbar sind.

Auswertung der Wirtschaftlichkeit von 89 Maßnahmen der 8 Betriebe, die am ÖKOPROFIT® Erfurt 2001 teilgenommen haben

Eine genauere Auswertung des Verhältnisses von Investitionen zu erzielten Ergebnissen für die 89 Maßnahmen zeigt:

  • 48 % der Maßnahmen sind nicht investiv, d.h. in der Regel organisatorischer Art. Allein durch diese Maßnahmen konnten Einsparungen in Höhe von 91.000 DM jährlich erreicht werden.
  • 12 % der Maßnahmen haben eine Amortisationszeit von bis zu einem Jahr. Die damit verbundenen Einsparungen belaufen sich auf knapp 3 Mio. DM.
  • 12 % der Maßnahmen haben Amortisationszeiten von 1 bis über 3 Jahren. Mit diesen Maßnahmen können Einsparungen in Höhe von knapp 500.000 DM jährlich erreicht werden.
  • Bei ca. 18 % der Maßnahmen war die Wirtschaftlichkeit nicht auswertbar, da die zu erwartenden Einsparungen oder die erforderlichen Investitionen noch nicht abschätzbar waren.
  • Maßnahmen, die unter die Kategorie Mehrkosten einzuordnen sind, sichern unter anderem den rechtssicheren Umgang mit Gefahrstoffen oder wassergefährdenden Stoffen, und tragen somit zur Einhaltung der rechtlichen Vorschriften bei. Weiterhin sind dort Maßnahmen eingerechnet, die zur Lärmminderung beitragen und sich somit nicht "rechnen", aber wesentlich zu einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen beitragen.

 


Leistungen von GUM im Rahmen von ÖKOPROFIT®

Die Gesellschaft für Umweltmanagement begleitet Sie in allen für ein ÖKOPROFIT®-Projekt relevanten Arbeitsschritten:

  • Akquise der Unternehmen
  • Koordination des Gesamtprojektes
  • Durchführung der Arbeitskreise
  • Erstellung von Protokollen, Einladungen etc.
  • Durchführung der Betriebsberatungen in den beteiligten Unternehmen
  • Vorbereitung und Begleitung der Kommissionsbesuche
  • Inhaltliche Erstellung der Abschlussbroschüre
  • Organisation der Auszeichnungsveranstaltung (Referenten, Raum, Einladung etc.)

 


NEU: ÖKOPROFIT® Förderprogramm des Landes Thüringen

Das Land Thüringen hat Ende 2001 ein Förderprogramm zur Einrichtung von ÖKOPROFIT®-Arbeitskreisen in Thüringen aufgelegt. Im Rahmen dieses Förderprogramms ist es Kommunen möglich, ohne geldliche Eigenleistungen ein derartiges Projekt durchzuführen. Die Förderquote liegt bei 75 %. Die von der Kommune, den teilnehmenden Betrieben und auch eventuellen Sponsoren zu tragenden 25 % der Kosten können insbesondere durch Eigenleistungen der Kommunen abgedeckt werden (z.B. durch Projektkoordination, Protokollführung, Organisation der Workshops).

Ein ÖKOPROFIT® - Projekt kann im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel bei Teilnahme von 10 - 12 Unternehmen mit einer Zuwendung von bis zu 30.700 €, und bei Teilnahme von 13 - 15 Unternehmen mit einer Zuwendung von bis zu 35.800 € gefördert werden. Der Fördersatz darf 75 % der förderfähigen Kosten nicht überschreiten.

Voraussetzung für eine Förderung ist die verbindliche Beteiligung von mind. 10 - 12 Unternehmen, von denen mindestens 7 die KMU-Definition der EU erfüllen müssen, bzw. von 13 - 15 Unternehmen (davon 8 KMU) sowie der Erwerb der erforderlichen ÖKOPROFIT®-Lizenzen. Eine verbindliche Unternehmensbeteiligung ist mit der Antragstellung und der Lizenzerwerb spätestens mit der ersten Mittelabforderung nachzuweisen.

Weitere Infos?